• Ingmar Ostermaier

Alternative Tiermedizin ... Tiernaturheilkunde ... alles HokusPokus?


Tierheilpraktiker ... was ist das eigentlich? Und was muss im Leben schief laufen, um als Tierheilpraktiker zu enden??

Kurz als Antwort hierzu: Nichts.

Zunächst muss ich kurz einwerfen, dass ich als TierheilpraktikER ein ziemlicher Exot bin, denn von uns (Männern) gibt es in diesem Beruf nicht soo viele. Um es etwas zu konkretisieren: In den knapp 3 Jahren meiner Ausbildung saß ich stets als einziger Mann in einem Hörsaal mit ca. 60 Frauen (und das war nicht immer lustig), erst in den letzten 6 Monaten kam hin und wieder mal ein zweiter Mann hinzu. Woran das liegt, könnte eventuell mal in einem eigenen Blogeintrag erörtert werden...


Nun, wie schon gefragt, was ist ein Tierheilpraktiker/eine Tierheilpraktikerin ?


Viele haben folgende Vorstellung:


Man tanzt nachts im silbernen Schein des Vollmonds und in wallenden Gewändern

über eine Waldlichtung, sammelt den Tau von vierblättrigen Kleeblättern, den man später mit einem Edelsteinpendel energetisch anreichert und nach einem telepathischen Gespräch mit dem Tierpatienten wird ihm der energetische Kleeblatt-Tau tropfenweise abwechselnd in die Ohrenspitzen einmassiert .... und das Alles, um den Hautpilz zu behandeln, der sich an der Pfote hinten links recht wohlfühlt und vor sich hin wächst.


Und soll ich Euch was sagen? .... Das gibt's tatsächlich! .... wirklich.


ABER BITTE JETZT NICHT AUFHÖREN ZU LESEN!!!


Zugegeben, meine Beschreibung mag etwas überzogen sein (aber wirklich nicht viel!!), aber es gibt Kolleginnen - und sicher auch Kollegen - die auf diese oder ähnliche Art und Weise energetisch bzw in esoterischer Richtung praktizieren und es wird auch im Verlaufe der hoffentlich zahlreichen Blogbeiträge gelegentlich darauf eingegangen werden.

Heute dazu nur soviel:

Ich selbst habe zu diesen Methoden keinen Zugang und praktiziere komplett anders, möchte hier aber diesbezüglich keine Wertung abgeben; denn:


Da es nicht wenige Kolleginnen und Kollegen gibt, die auf diese Art arbeiten, gibt es auch viele Kunden und Tierbesitzer, die hier einen Zugang haben und vom Erfolg überzeugt sind. Wer wäre also ICH, hier etwas zu bewerten, zu dem ich keinen Zugang habe und das ich somit nicht kenne? Ich verhalte mich hier neutral.


Aber es gibt noch die "andere" alternative Tiermedizin: das Heranziehen von natürlichen Wirkstoffen und althergebrachten Methoden, die zum Teil bis vor einigen Jahren auch in der Schulmedizin noch eingesetzt wurden, bzw inzwischen hier auch vermehrt angewendet werden.


Ich gehöre nun zu einem der Tierheilpraktiker, die mit Hilfe der letzteren Behandlungsmethoden praktizieren.

Dazu gehört z.B.:

- die Kräuterheilkunde mit ihren unfassbar vielseitigen Anwendungsmethoden

- die Mykotherapie - die Anwendung von Vitalpilzen, eine Therapieform aus dem Bereich der traditionell chinesischen Tiermedizin, die hierzulande nahezu unbekannt ist

- Akupunktur, die faszinierende Möglichkeit, über den Energiefluss im Körper Organ- sowie Körperfunktionen zu beeinflussen um somit Imbalancen zu regulieren

- die Zuhilfenahme von Blutegeln, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern und die Geweberegeneration anzuregen


Ich werden in künftigen Blogeinträgen natürlich noch ausführlich auf die einzelnen Therapiemethoden eingehen und im Detail vorstellen, was hier tatsächlich möglich ist.


Die genannten Therapieformen sind nun wirklich keine Zauberei oder "Hokuspokus". Tatsächlich hat sich die heutige Schulmedizin ja im Grunde zB aus der Phytotherapie, also der Anwendung von Pflanzen und deren Wirkstoffen, entwickelt. Bestes Beispiel hierfür ist beispielsweise das Aspirin, dessen Wirkstoff Acetylsalicylsäure nichts anderes ist, als eine Weiterentwicklung der Salicylsäure, dem Wirkstoff der Weidenrinde. Ein bisschen potenzierter, chemisch minimal verändert und schön in Tablettenform abgepackt, aber in der Wirkung nahezu gleich. Von Rechts wegen sei an dieser Stelle natürlich erwähnt, dass ich hier NIEMANDEM dazu rate, bei Kopfschmerzen anstatt an einer Kopfschmerztablette, an der nächstbesten Weide am Straßenrand zu nagen - dies ist KEIN Blog für medizinische Therapieempfehlungen sondern ich möchte schlicht das Thema "Alternative Tiermedizin" bzw "Tiernaturheilkunde" etwas genauer beleuchten und den Lesern näher bringen.

Gleiches gilt zB für die Blutegeltherapie, die bis vor einigen Jahren - bzw Jahrzehnten - in der Schulmedizin noch weit verbreitet war und auch jetzt noch vereinzelt Anwendung findet, jedoch liegt hier der Ball ( =die überwiegende Anwendung) inzwischen unbestreitbar bei den "Alternativen" und hier auch widerum bei den alternativen Tiermedizinern.

Zu den Formen der traditionell chinesischen Tiermedizin bleibt zu erwähnen, dass hier die die Schulmedizin und die Alternativmedizin wohl inzwischen die meisten Schnittmengen besitzen und es sich von den Schulmedizinern um die wohl vielleicht anerkannteste Form der alternativen Therapieformen handelt, denn Akupunktur wird inzwischen auch bereits im Rahmen des Medizinstudiums als Zusatzqualifikation, Wahlfach -oder wie auch immer man es nennen mag - angeboten und von vielen Schulmedizinern, gleich ob human oder veterinär, angewendet.


Man sieht also, dass der Begriff "alternative Tiermedizin" bzw "Tiernaturheilkunde" und die Tätigkeit eines Tierheilpraktikers definitiv nicht zwangsweise etwas mit "HokusPokus" zu tun hat, nur weil manche mit Methoden arbeiten, zu denen nicht Jeder einen Zugang findet. Oftmals (und ich kann hier wieder nur von mir selbst sprechen bzw schreiben) werden aufgrund von durchgeführten -fast schon spießig anmutenden- Laboruntersuchungen Diagnosen erstellt und ganz klassische, oben beschriebene Methoden genutzt, um ein erkranktes Tier zu therapieren.


Und obwohl ich sehr oft und sehr gut und vor allem sehr gerne mit der Schulmedizin zusammenarbeite, gibt es einen Punkt, der die alternative (Tier)-Medizin grundlegend von der (meist praktizierten) Schulmedizin unterscheidet:


die Ganzheitlichkeit.


Was darunter zu verstehen ist und woran das liegt, wird im nächsten Blog-Eintrag beschrieben (und ich freue mich gerade diebisch über diesen "Cliffhanger")


Ach ja, und ist Euch etwas aufgefallen? Das Thema "Homöopathie" habe ich ganz bewusst bis zu diesem Zeitpunkt nicht erwähnt - und werde es auch nicht tun, bis zu einem eigenen Blogeintrag zum Thema.


Den nächsten Eintrag gibt's in 2 Wochen und wer will, darf natürlich gerne kommentieren, teilen, liken, kritisieren, einfach gar nichts tun oder sich bei mir melden, wenn das Tier auf irgendeine Art und Weise Sorgen bereitet.


Tschüss :-)

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